Anforderungen an einen B2B-Onlineshop: die Checkliste
Ein B2B-Onlineshop muss vor allem drei Dinge leisten: eine verlässliche Anbindung an das ERP als führendes System, die exakte Abbildung kundenindividueller Preise und Konditionen sowie einen geschützten Zugang mit Freischaltung für Geschäftskunden. Dazu kommen praxisnahe Anforderungen wie schnelle Wiederbestellung, Staffelpreise, Mehrsprachigkeit, B2B-Zahlwege und aktuelle Bestandsdaten. Die folgende Checkliste fasst die zehn wichtigsten Punkte zusammen.
Warum unterscheiden sich B2B-Anforderungen von B2C?
Im B2C sieht jeder Besucher dieselben Produkte zu denselben Preisen und bezahlt sofort. Im B2B ist fast alles davon anders: Preise sind verhandelt und je Kunde verschieden, Sortimente teils kundenspezifisch, bestellt wird wiederkehrend und in Verpackungseinheiten, bezahlt wird auf Rechnung – und hinter dem Shop steht ein ERP-System, das Artikel, Konditionen und Aufträge führt.
Ein Anforderungskatalog für einen B2B-Shop sollte deshalb nicht bei Design und Produktdarstellung beginnen, sondern bei den Prozessen: Welche Daten kommen woher, wer darf was sehen, und wie kommt eine Bestellung ohne Medienbruch ins ERP? Die folgenden zehn Punkte decken genau diese Fragen ab.
Welche zehn Anforderungen gehören auf die Checkliste?
Die Punkte sind grob nach Wichtigkeit geordnet – von der Datenbasis bis zum laufenden Betrieb. Nicht jeder Shop braucht alle zehn ab dem ersten Tag, aber jeder Punkt sollte bewusst entschieden werden.
ERP-Anbindung: das ERP bleibt führendes System
Artikel, Preise, Kunden und Aufträge werden im ERP gepflegt – der Shop bildet sie ab, statt sie zu duplizieren. Ohne ERP-Anbindung entsteht doppelte Datenpflege mit veralteten Beständen und abgetippten Bestellungen. Dieser Punkt entscheidet über die Architektur des gesamten Projekts.
Kundenindividuelle Preise & Preislisten
Jeder Geschäftskunde muss nach dem Login genau die Konditionen sehen, die mit ihm verhandelt wurden – kundenindividuelle Preise und Preislisten kommen dabei aus dem ERP. Wird die Preislogik im Shop nachgebaut, laufen beide Preiswelten früher oder später auseinander.
Kundenfreischaltung & geschützter Zugang
B2B-Konditionen gehören nicht ins offene Netz. Neukunden registrieren sich, werden geprüft und erst dann freigeschaltet – idealerweise über ein Händlerportal mit klarem Freischaltungs-Workflow. So bleibt steuerbar, wer welche Sortimente und Preise sieht.
Schnelle Wiederbestellung
B2B-Kunden stöbern nicht, sie bestellen nach. Bestelllisten, Schnellerfassung per Artikelnummer und Nachbestellung per Barcode-Scan verkürzen den Weg von der Bedarfsmeldung zur Bestellung erheblich. Je routinierter die Kunden bestellen, desto stärker zählt dieser Punkt im Alltag.
Staffelpreise & Verpackungseinheiten
Im B2B wird in Gebinden, Kartons und Paletten gedacht – der Shop muss Mengenstaffeln, Mindestbestellmengen und Verpackungseinheiten korrekt abbilden. Was das ERP an Staffellogik kennt, sollte im Shop nicht vereinfacht werden, sonst stimmen Preise und Mengen im Auftrag nicht.
Mehrere Marken oder Kanäle abbildbar
Wer mehrere Marken, Vertriebslinien oder Ländershops betreibt, sollte sie aus einer Installation heraus betreiben können – als Multi-Mandanten-Shopsystem mit getrennten Storefronts. Getrennte Einzelinstallationen vervielfachen sonst Wartung, Updates und Schnittstellenpflege.
Mehrsprachigkeit
Sobald Händler oder Niederlassungen im Ausland bestellen, braucht der Shop saubere Sprachversionen – ein mehrsprachiger B2B-Shop umfasst dabei nicht nur die Oberfläche, sondern auch Artikeltexte, E-Mails und Dokumente. Nachträglich eingebaute Mehrsprachigkeit ist deutlich aufwendiger als von Anfang an mitgedachte.
Rechnungskauf & B2B-Zahlwege
Der Standard-Zahlweg im B2B ist der Kauf auf Rechnung mit den im ERP hinterlegten Zahlungszielen – nicht die Kreditkarte. Der Shop sollte die Zahlungskonditionen des Kunden respektieren und je nach Kundengruppe unterschiedliche Zahlwege anbieten können.
Live-Bestände & Verfügbarkeit
Geschäftskunden planen mit den Verfügbarkeiten, die der Shop anzeigt – falsche Bestandsdaten führen direkt zu Rückfragen und Lieferproblemen. Bestände und Verfügbarkeiten sollten deshalb aus dem ERP kommen und regelmäßig aktualisiert werden, nicht von Hand gepflegt sein.
Betrieb, Wartung & DSGVO
Ein B2B-Shop ist kein Projekt mit Enddatum, sondern ein laufendes System: Updates, Monitoring, Backups und ein klarer Ansprechpartner für Störungen gehören zum Anforderungskatalog. Dazu kommen DSGVO-konforme Verarbeitung der Kundendaten, Auftragsverarbeitungsvertrag und ein Hosting-Standort, der zur eigenen Compliance passt.
Wie priorisiere ich die Anforderungen?
Zuerst kommt der Datenfluss zwischen ERP und Shop: Anbindung, kundenindividuelle Preise und verlässliche Bestände (Punkte 1, 2 und 9) bilden das Fundament – stimmen sie nicht, hilft auch der komfortabelste Shop nichts. Wie sich die Schnittstelle technisch umsetzen lässt, zeigt der Artikel ERP-Shop-Schnittstelle: Möglichkeiten im Vergleich.
Danach folgen die Komfortfunktionen, die den Bestellalltag der Kunden erleichtern – Wiederbestellung, Staffeln, Zahlwege –, und zuletzt der Ausbau in Richtung weiterer Marken und Sprachen. Betrieb und DSGVO sind kein nachgelagerter Punkt, sondern laufen von Anfang an mit.
Welche Punkte deckt die CS Order Suite ab?
Die CS Order Suite, die mandantenfähige B2B-Shopsoftware der CS Management & IT-Beratung GmbH, ist auf die Kernpunkte dieser Checkliste ausgelegt: ERP-Anbindung über eine Adapter-Architektur (aktuell SAP Business One), kundenindividuelle Preise und Preislisten aus dem ERP, ein Freischaltungs-Workflow für Neukunden, mehrere Marken-Storefronts aus einer Installation, die Sprachen Deutsch, Englisch und Chinesisch sowie Nachbestellung per Barcode-Scanner.
Häufige Fragen zur Software beantwortet das FAQ; was ein solches Projekt kostet, ordnet der Artikel Was kostet ein B2B-Onlineshop? ein. Ob die Checkliste zu Ihrem Vorhaben passt, klären wir am besten im direkten Gespräch.
Fragen zu den Anforderungen an Ihren B2B-Shop?
Bringen Sie Ihre Prozesse und Ihre Systemlandschaft mit – wir gehen die Checkliste gemeinsam durch und ordnen ein, was für Ihren Betrieb wirklich zählt.
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