Was ist ein OCI-Shop?
Ein OCI-Shop ist ein B2B-Onlineshop, den Großkunden per Punch-Out aus ihrem eigenen Einkaufssystem heraus aufrufen können. Der Einkäufer klickt in SAP SRM, Ariba oder Onventis auf den Katalog des Lieferanten, landet angemeldet im Shop, stellt dort seinen Warenkorb zusammen und überträgt ihn per Klick zurück in sein System. Technisch ist ein OCI-Shop ein normaler Shop, der zusätzlich den OCI-Standard beherrscht: Er nimmt den Aufruf mit Zugangsdaten und HOOK_URL entgegen und gibt den Warenkorb strukturiert zurück.
Was ist ein Punch-Out-Katalog?
Ein Punch-Out-Katalog ist ein Lieferantenkatalog, der nicht als Datei beim Kunden liegt, sondern beim Lieferanten selbst betrieben wird. Statt einer BMEcat- oder Excel-Datei, die regelmäßig neu eingespielt und gepflegt werden muss, springt der Einkäufer in den Live-Shop des Lieferanten. Vorteil für beide Seiten: Sortiment, Preise und Verfügbarkeiten sind immer aktuell, und der Lieferant muss keine Katalogexporte je Kunde pflegen. Der Gegenbegriff ist der statische Katalog.
Wie läuft eine OCI-Anbindung ab?
In drei Schritten. Erstens legen wir im Shop einen OCI-Zugang für den jeweiligen Großkunden an; er ist mit dessen Kundenkonto und damit mit dessen Preisen verknüpft. Zweitens erhält die IT des Kunden ein Datenblatt mit Katalog-URL, Zugangsdaten und den unterstützten OCI-Feldern und hinterlegt diese in ihrem Einkaufssystem – das dauert dort in der Regel Minuten, nicht Tage. Drittens wird der Punch-Out gemeinsam getestet: Aufruf, Warenkorbübergabe, Ankunft der Bestellung im ERP. Die Freischaltung erfolgt je Kunde, Sie entscheiden also, wer OCI-Zugang bekommt.
Welche Einkaufssysteme unterstützen OCI?
OCI stammt ursprünglich von SAP und ist heute der De-facto-Standard im deutschsprachigen Einkauf. Unterstützt wird der Punch-Out unter anderem von SAP SRM und SAP ERP/S4HANA, SAP Ariba über den OCI-Adapter, Onventis, Coupa, JAGGAER, Wallmedien, Simple System und weiteren Beschaffungsplattformen. Die CS Order Suite spricht OCI 4.0 und ist damit zu allen Systemen kompatibel, die diesen Standard unterstützen.
Was ist der Unterschied zwischen OCI und EDI?
EDI überträgt fertige Belege zwischen zwei Systemen – Bestellung, Lieferschein, Rechnung – und setzt voraus, dass der Einkäufer bereits weiß, was er bestellen will. OCI setzt einen Schritt davor an: Es bringt den Einkäufer in Ihren Katalog, damit er das passende Produkt überhaupt findet und auswählt. In der Praxis ergänzen sich beide. Für den Mittelstand ist OCI meist der günstigere Einstieg, weil kein EDI-Konverter und keine Nachrichtenformate je Kunde nötig sind.
Können Shopware oder Magento OCI-Punchout?
Nicht von Haus aus. Shopware, Magento und die meisten aus dem B2C stammenden Shopsysteme kennen OCI nicht im Standard; die Anbindung erfolgt dort über Drittanbieter-Plugins oder individuelle Entwicklung und muss bei jedem größeren Update mitgezogen werden. Kritisch ist dabei weniger der Punch-Out selbst als die Rückgabe korrekter kundenindividueller Nettopreise, denn die stammen aus dem ERP. In der CS Order Suite ist OCI 4.0 Teil des Standards und arbeitet direkt auf den ERP-Preisen des jeweiligen Kunden.
Was hat Amazon Business mit OCI zu tun?
Amazon Business ist selbst ein Punch-Out-Anbieter: Einkäufer springen aus ihrem Beschaffungssystem – SAP Ariba, Coupa, Oracle oder Workday – in den Amazon-Business-Katalog und übernehmen den Warenkorb zurück in ihr System. Technisch ist das derselbe Mechanismus, den auch Ihr eigener OCI-Shop nutzt. Praktisch bedeutet es zweierlei: Der Einkauf Ihrer Kunden kennt Punch-Out bereits und erwartet ihn auch von Ihnen. Und Amazon Business belegt genau den Katalogplatz im Einkaufssystem, um den es geht – für Sie als Lieferant ist es damit weniger eine Schnittstelle als ein Wettbewerber.
Amazon Business oder eigener OCI-Katalog?
Beides schließt sich nicht aus, hat aber unterschiedliche Konsequenzen. Über Amazon Business erreichen Sie Einkäufer, die dort ohnehin bestellen – zu Amazons Bedingungen: Marktplatzgebühr je Bestellung, Wettbewerber auf derselben Produktseite, standardisierte Preislogik und eine Kundenbeziehung, die dem Marktplatz gehört. Ihr eigener Punch-Out-Katalog liegt dagegen bei Ihnen: gewachsene kundenindividuelle Nettopreise aus dem ERP, Ihr Sortiment ohne Konkurrenzangebot daneben, Ihre Rahmenverträge und keine Provision. Für erklärungsbedürftige Artikel, Kundenpreise und Rahmenverträge ist der eigene OCI-Katalog in der Regel der belastbarere Kanal; Amazon Business eignet sich eher für standardisierte C-Teile ohne individuelle Konditionen.
Für welche Branchen lohnt sich eine OCI-Anbindung?
Überall dort, wo wiederkehrender indirekter Bedarf an Industriekunden geliefert wird: Werkzeugbau und Formenbau, Industriebedarf und C-Teile, Arbeitsschutz, Betriebseinrichtung, Hygiene- und Reinigungsbedarf sowie Verpackung. Gemeinsames Merkmal ist ein Einkauf mit Freigabe- und Budgetprozessen, der ausschließlich im eigenen System bestellt. Wer dort keinen Punch-Out-Katalog anbietet, wird als Lieferant seltener gelistet – unabhängig von Preis und Sortiment.
Was kostet eine OCI-Anbindung?
In der CS Order Suite ist die OCI-Schnittstelle Teil der Software, es fällt also keine gesonderte Lizenz je Schnittstelle an. Aufwand entsteht bei der Einrichtung je Großkunde – Zugang anlegen, Datenblatt für dessen IT bereitstellen, gemeinsamer Test – und bewegt sich üblicherweise im Bereich weniger Stunden. Teuer wird OCI erfahrungsgemäß nur dort, wo es als Individualentwicklung auf ein Shopsystem aufgesetzt wird, das den Standard nicht mitbringt.