WISSEN / KANAL-IMPORT
Termin vereinbaren
Wissen / B2B-Commerce

Bestellungen aus eBay, Otto, Kaufland & Co. in SAP Business One importieren

Ob eBay, Otto Market, Kaufland, der eigene Gambio-Shop oder Bestellungen von Apotheken-Plattformen: Jeder Verkaufskanal liefert Bestellungen in seinem eigenen Format über seine eigene Schnittstelle – und alle sollen am Ende als sauberer Auftrag in SAP Business One stehen. Die gute Nachricht: Der Import folgt bei jedem Kanal demselben Muster. Was sich unterscheidet, sind die Schnittstelle des Kanals, die Rückmeldepflichten und ein paar Eigenheiten bei Steuern und Gebühren. Dieser Beitrag zeigt das gemeinsame Muster, die Wege je Kanal und die Stolpersteine, an denen Multichannel-Projekte in der Praxis hängen.

01Das Muster

Ein Import-Muster, viele Kanäle

Jeder Kanal-Import besteht aus denselben vier Schritten: Bestellungen über die Schnittstelle des Kanals abrufen, jede Position per SKU-Mapping einem Artikel in SAP Business One zuordnen, den Auftrag über den Service Layer bzw. die DI-API anlegen – mit der Kanal-Bestellnummer als Referenz gegen Dubletten – und Versand samt Tracking an den Kanal zurückmelden. Wie dieser Ablauf im Detail aussieht, inklusive Sammel-Geschäftspartner, Steuerfindung und Abrechnungsabgleich, zeigt Schritt für Schritt der Beitrag Amazon-Bestellungen in SAP Business One importieren – er gilt sinngemäß für jeden der hier beschriebenen Kanäle.

Weil das Muster gleich ist, lohnt es sich, die Anbindung von Anfang an kanalübergreifend zu denken: eine gemeinsame Mapping-Tabelle, eine gemeinsame Klärungsliste für nicht zuordenbare Positionen, ein gemeinsames Monitoring. Wer je Kanal eine Insellösung baut, pflegt dieselbe Logik dreimal. Für den eigenen Onlineshop gilt das Muster übrigens genauso – dort löst es idealerweise eine native ERP-Anbindung ohne Zwischenschritt.

02Die Kanäle

Die Kanäle im Einzelnen: Schnittstelle und Eigenheiten

Fünf Kanäle, die in Projekten mit SAP Business One immer wieder auftauchen – mit dem jeweils üblichen Anbindungsweg:

Kanal Schnittstelle für Bestellungen Worauf es ankommt
eBay Sell-APIs (v. a. Fulfillment API) für Bestellabruf und Versandmeldung; die ältere Trading API läuft in Bestandsprojekten noch mit Varianten-Artikel sauber auf B1-Artikel mappen; Zahlungsabwicklung läuft über eBay (Managed Payments), Gebühren kommen gesammelt – Abrechnungsberichte für die Buchhaltung einplanen
Otto Market OTTO-Market-API – API-first, einen dauerhaften CSV-Weg gibt es praktisch nicht Rückmeldefristen ernst nehmen: Versandmeldung samt Tracking muss fristgerecht über die API zurück, sonst leiden die Händlerkennzahlen; Rückabwicklung ebenfalls per API
Kaufland Global Marketplace Seller-API des Marktplatzes (früher real.de) für Bestellabruf und Versandmeldung EAN-basiertes Listing: Das Artikel-Mapping läuft meist über die EAN – die muss in SAP Business One gepflegt sein; mehrere Länder-Marktplätze bedeuten mehrere Steuerfälle
Gambio-Shop Kein Marktplatz, sondern das eigene Shopsystem: Anbindung über die REST-Admin-API bzw. Exportformate des Shops Typischer Fall: Der Gambio-Shop besteht schon, Bestellungen werden von Hand übertragen. Die API-Anbindung beendet das Abtippen – mittelfristig lohnt der Vergleich mit einem B2B-Shop, der das ERP nativ anbindet
Apotheken-Plattformen & Pharma-B2B Branchenstandard MSV3: Apotheken bestellen direkt aus ihrer Warenwirtschaft beim Lieferanten; daneben Bestellplattformen und eigene B2B-Shops Wer Apotheken beliefert, kommt an MSV3 kaum vorbei – der Endpunkt nimmt Bestellungen an und meldet Verfügbarkeiten zurück; PZN-Mapping und Chargen-/Verfallslogik gehören von Anfang an ins Konzept

Amazon fehlt in der Tabelle bewusst – dem größten Marktplatz ist ein eigener Beitrag gewidmet. Und welcher grundsätzliche Integrationsweg passt – fertiger Konnektor, Middleware oder individuelle Anbindung –, vergleicht der Artikel SAP Business One und Onlineshop verbinden.

03Praxis

Woran Multichannel-Importe in der Praxis hängen

Der Bestellabruf selbst ist selten das Problem – teuer wird es an den Rändern, und zwar bei jedem zusätzlichen Kanal aufs Neue:

BESTAND

Ein Bestand, viele Kanäle

Verkauft derselbe Artikel auf eBay, Otto und im eigenen Shop, muss SAP Business One das führende System sein – sonst verkauft ein Kanal Ware, die ein anderer schon reserviert hat. Bestandsupdates müssen zeitnah in alle Kanäle zurück, sonst sind Stornoquoten und Sperrungen programmiert.

STEUERN

Steuerfindung je Kanal abbilden

EU-Lieferungen über die Länder-Marktplätze (OSS), unterschiedliche Steuersätze je Artikel und B2B-Rechnungsfälle müssen im Mapping stehen, bevor der erste Auftrag läuft – nachträgliche Steuerkorrekturen sind der teuerste Fehler dieser Projekte.

DUBLETTEN

Referenzen und Klärungsliste

Jeder Auftrag trägt die Kanal-Bestellnummer als Referenz – so bleibt der erneute Abruf idempotent. Positionen ohne SKU-Zuordnung dürfen nie stillschweigend verschwinden, sondern landen in einer Klärungsliste, die jemand tatsächlich abarbeitet.

RÜCKMELDUNG

Versandstatus fristgerecht zurück

Nach der Lieferung muss die Tracking-Nummer des Versanddienstleisters – DHL, UPS, GLS oder DPD – zurück an den Kanal, bei Otto und eBay fristgerecht. Wer die Rückmeldung vergisst, sammelt schlechte Kennzahlen, Käuferanfragen und im Extremfall Kontosperrungen.

04Einordnung

Und was hat das mit der CS Order Suite zu tun?

Die CS Order Suite, die B2B-Shopsoftware der CS Management & IT-Beratung GmbH, verbindet den eigenen Onlineshop über eine native Adapter-Architektur mit SAP Business One. Genau die Bausteine, an denen jeder Kanal-Import hängt – Artikel-Mapping, Auftragsanlage über Service Layer bzw. DI-API, Statusrückmeldung, Klärungslogik –, sind dort produktiv im Einsatz.

Kanal-Anbindungen an eBay, Otto, Kaufland oder MSV3 setzen wir als Integrationsprojekte um – auf denselben Bausteinen, ohne Middleware-Zwang. Ob sich das für Ihre Kanalliste lohnt oder ein fertiger Konnektor reicht, klären wir am besten im direkten Gespräch. Einen Überblick über alle Anbindungswege gibt die Seite B2B-Schnittstellen.

05FAQ

Häufige Fragen zum Kanal-Import

Wie kommen eBay-Bestellungen nach SAP Business One?

Über die eBay-Entwicklerschnittstellen (Sell-APIs, insbesondere die Fulfillment API) werden neue Bestellungen zeitgesteuert abgerufen, per SKU-Mapping den Artikeln in SAP Business One zugeordnet und über den Service Layer bzw. die DI-API als Auftrag angelegt – mit der eBay-Bestellnummer als Referenz gegen Dubletten. Nach dem Versand meldet die Integration die Tracking-Nummer an eBay zurück.

Wie kommen Otto-Market-Bestellungen nach SAP Business One?

Otto Market ist API-first: Bestellabruf, Versandmeldung und Rückabwicklung laufen über die OTTO-Market-API, einen CSV-Weg gibt es praktisch nicht. Die Integration ruft die Bestellungen ab, legt sie als Auftrag in SAP Business One an und meldet Versand samt Tracking fristgerecht zurück – verspätete Rückmeldungen wirken sich direkt auf die Händlerkennzahlen aus.

Wie kommen Kaufland-Bestellungen nach SAP Business One?

Der Kaufland Global Marketplace (früher real.de) stellt eine Seller-API bereit, über die Bestellungen abgerufen und Versandmeldungen zurückgegeben werden. Der Import nach SAP Business One folgt dem üblichen Muster: SKU-Mapping, Sammel-Geschäftspartner je Marktplatz, Auftrag über Service Layer bzw. DI-API, Kaufland-Bestellnummer als Referenz.

Wie kommen Bestellungen aus einem Gambio-Shop nach SAP Business One?

Gambio ist kein Marktplatz, sondern ein Shopsystem – der typische Fall ist ein bestehender Gambio-Shop, dessen Bestellungen bisher von Hand ins ERP übertragen werden. Angebunden wird über die REST-Admin-API des Shops oder über Exportformate; die Integration holt neue Bestellungen ab und legt sie als Auftrag in SAP Business One an. Mittelfristig lohnt der Blick, ob ein B2B-Shop mit nativer ERP-Anbindung die Doppelpflege ganz beendet.

Wie kommen Apotheken-Bestellungen nach SAP Business One?

Im Pharma- und Apothekenumfeld bestellen Apotheken klassisch über den Branchenstandard MSV3 direkt aus ihrer Warenwirtschaft beim Lieferanten – daneben existieren Bestellplattformen und eigene B2B-Shops. Für SAP Business One heißt das: Ein MSV3-Endpunkt bzw. die Plattform-Schnittstelle nimmt die Bestellungen an, die Integration legt sie als Aufträge an und meldet Verfügbarkeiten zurück.

Brauche ich eine Middleware, wenn ich mehrere Kanäle anbinden will?

Nicht zwingend. Eine Middleware bündelt viele Kanäle, bringt aber ein eigenes System mit eigenen Kosten und einer weiteren Fehlerquelle mit. Da alle Kanäle demselben Import-Muster folgen – abrufen, zuordnen, Auftrag anlegen, Status zurückmelden –, deckt eine schlanke individuelle Integration mit gemeinsamer Mapping- und Klärungslogik oft mehrere Kanäle ab. Ab welcher Kanalzahl eine iPaaS-Plattform sinnvoll wird, ist eine Frage von Volumen und Betrieb.

Weiterlesen: Amazon-Bestellungen in SAP Business One importieren: die Wege Zum Artikel →

Verkaufskanäle und SAP Business One verbinden?

Bringen Sie Ihre Kanalliste, Ihre B1-Umgebung und Ihr Bestellvolumen mit – wir schauen gemeinsam, welcher Weg für Ihren Betrieb der richtige ist.

Gespräch vereinbaren
Christian Stockerl
Ihr Ansprechpartner
Christian Stockerl
Geschäftsführer
CS Management & IT-Beratung GmbH
Direkter Kontakt
E-Mail
info@cs.gmbh
Telefon
0991 40220590
Anschrift
CS Management & IT-Beratung GmbH
Ulrichsberger Str. 17 · 94469 Deggendorf